Der Lustgarten ist eine Parkanlage auf der Berliner Spreeinsel und wird üblicherweise dem Teil der Museumsinsel zugeordnet. Die Eiserne Brücke führt mit einem Abgang auf der Inselseite in den heutigen Lustgarten, eine weitere Treppe führt die Nutzer der Brücke zum Neuen Museum. Die Begrenzungen des Lustgartens bilden der Berliner Dom, das Alte Museum, die Karl-Liebknecht-Straße und die Spree.
Historisch begrenzte nicht die Karl-Liebknecht-Straße sondern das Stadtschloss den Lustgarten, dieser Zustand wird nach dem Wiederaufbau des Berliner Schlosses ebenfalls wiederhergestellt. Eine erstmalige Erwähnung des heutigen Lustgartens datiert aus dem Jahr 1471, vermutlich wurde das Gelände jedoch bereits früher als Garten genutzt. Im Jahr 1573 wurde Desiderius Corbinianus als Hofgärtner vom damaligen Kurfürsten mit der Umgestaltung der Anlage beauftragt. Er sollte sicherstellen, dass der Garten die Bedürfnisse der Schlossbewohner an ihre Versorgung mit Obst und Gemüse decken konnte. Zugleich diente der Garten als Veranstaltungsort für Feierlichkeiten.
Der Lustgarten auf der Museumsinsel in Berlin mit Altem Museum, Berliner Dom und Fernsehturm im Hintergrund
Der erste Schlossgarten wurde während des Dreißigjährigen Krieges verwüstet. Der Kurfürst Friedrich Wilhelm ließ den Garten im Jahr 1645 wiederherstellen und beauftragte hiermit Michael Hanff als Hofgärtner gemeinsam mit dem Militäringenieur Johann Mauritz. Dabei gab Friedrich Wilhelm vor, die Gartenanlage nach dem Vorbild niederländischer Gärten zu gestalten. Einen weiteren Einfluss auf die Bauweise des Lustgartens übte der als Schlossbaumeister beschäftigte Johann Gregor Memhardt aus. Memhardt schlug erfolgreich eine Dreiteilung des Gartens in einen eigentlichen Lustgarten, einen Wassergarten mit einem Springbrunnen und in einen Küchengarten vor. In einem später abgebrannten Pomeranzenhaus wurden nicht nur erstmals in Deutschland Kartoffeln, sondern auch Tomaten angebaut.
Lustgarten auf der Museumsinsel
Eine weitere Neugestaltung des Lustgartens erfolgte nach der Entscheidung zur Errichtung der Berliner Museumsinsel. Hiermit wurde im Jahr 1826 Peter Joseph Lenné beauftragt. Sowohl in der Weimarer Republik als auch während der Naziherrschaft und in der DDR diente der Lustgarten als Ort für Großdemonstrationen. Nach der deutschen und Berliner Wiedervereinigung erfolgte eine Ausschreibung zur Neugestaltung des Lustgartens, welche weitgehend die Ideen Lennés wiederaufnahm.
Schild: Lustgarten
Prägende Gestaltungselemente des Lustgartens auf der Berliner Museumsinsel sind die Fontäne und die Granitschale. Auf einer gegenüber dem Lustgarten gelegenen Fläche erinnern Informationstafeln an die Opposition innerhalb der früheren DDR. Während der DDR wurde die vor dem ehemaligen Schloss gelegene große Aufmarschfläche des Lustgartens als Marx-Engels-Platz bezeichnet. Der Lustgarten auf der Berliner Museumsinsel ist für Spaziergänger frei zugänglich.